Portraitfotografie: Die richtige Beleuchtung macht’s!

21.04.2020 21:35
Portaitfotografie: Auf die Beleuchtung kommt es an

In diesem Ratgeber dreht sich alles um Portraits und Licht. Licht gehört zur Fotografie wie das Salz in die Suppe und Tomaten in den Salat. Ohne Licht gäbe es nicht einmal Bilder. Durch das Zusammenspiel verschiedener Beleuchtungsquellen lassen sich im Fotostudio eindrucksvolle Aufnahmen zaubern. Vor allem bei Portraitaufnahmen kommt es auf die Beleuchtung an und wie Sie damit spielen. Auf diese Weise können Sie Ihr Model gekonnt in Szene setzen und verschiedene Gesichtspartien in den Vordergrund rücken oder kaschieren. Wir erklären, worauf es bei der Portraitfotografie und Beleuchtung ankommt! 

Welche Lichtarten gibt es?

•    Aufsteckblitz

Wenn die Leistung des internen Blitzes Ihrer Kamera nicht ausreicht, eignet sich ein Aufsteckblitz. Dieser überzeugt mit Power, lässt Sie flexibel agieren und sorgt für ausreichend Licht vor der Kamera! Vor allem in einem kleinen Fotostudio sind diese Blitze von Vorteil. Sie können im Handumdrehen auf dem Zubehörschuh Ihrer Kamera angebracht werden und sind einsatzbereit. Zudem wird keine Stromquelle benötigt. Ein Aufsteckblitz kann auch eigenständig genutzt werden. Wenn Sie ein großes Studio ausleuchten möchten, stößt das Gerät jedoch schnell an seine Grenzen. 

•    Studioblitz

Studioblitze dürfen in keinem Fotostudio fehlen. Da die Blitzröhre aus dem Gerät herausragt, wird das Licht in alle Richtungen verteilt. Wenn der Blitz mit einer Stromquelle verbunden ist, kann er mit zahlreichen Lichtformern kombiniert werden, um entweder weicheres oder härteres Licht zu schaffen. Dazu zählen beispielsweise Softboxen, Spot- und Wabenvorsätze sowie Reflektoren. Studioblitze sind sehr leistungsstark und meist für den Dauereinsatz ausgelegt. 

•    Dauerlicht

Wie der Name bereits andeutet, ist Dauerlicht eine Beleuchtungsquelle, die immer eingeschaltet bleibt. Der Vorteil dabei ist, dass Sie stets sehen können, wie sich das Licht auf Ihr Portrait auswirkt. Zu beachten ist allerdings die Wärme, die sich bei Dauerbetrieb entwickeln kann. Dauerlicht punktet mit einer benutzerfreundlichen Handhabung und Flexibilität. 

•    Tageslicht

Obwohl Sie im Fotostudio sind, müssen Sie nicht nur mit künstlichem Licht arbeiten. Auch Tageslicht hat eine Menge zu bieten. Portraitaufnahmen mit natürlichem Licht wirken sehr weich und stimmig. Es wird lediglich ein Fenster benötigt. Sie sollten allerdings beachten, dass das Fotografieren mit Tageslicht keine leichte Aufgabe darstellt. Da es sich nicht steuern lässt, kann es passieren, dass Sie Ihre Vorstellung nicht auf Anhieb realisieren können. 

7 Licht-Setups im Überblick: für aufregende Portrait-Momente

Anhand verschiedener Licht-Einstellungen möchten wir zeigen, wie Sie das Beste aus Ihren Portraitaufnahmen herausholen. 

•    Flat Light (= flaches Licht)

Dieses Licht-Setup gilt als einfachste Beleuchtungstechnik in der Portraitfotografie. Wie der Name schon sagt, kommt das Licht direkt von vorn – aus Richtung der Kamera. Der Vorteil dabei: Es entstehen kaum Schatten im Gesicht. Die Gesichtskonturen sind abgeflacht, die Höhen und Tiefen der Gesichtsmerkmale nur schwer zu erkennen. Außerdem wirkt das Hautbild schön glatt. Selbst mit sehr hartem Licht können auf diese Weise eindrucksvolle Aufnahmen entstehen. Flat Light eignet sich besonders dann, wenn Sie ein unebenes Hautbild korrigieren möchten. 

•    Paramount

Die Portrait-Beleuchtung, die aus Film und Fernsehen stammt, hat ihren Ursprung in klassischen Hollywood-Produktionen der 50er-Jahre. Ebenso wie im Flat Light fällt die Beleuchtung von vorn auf den Portraitierten. Die Lichtquelle wird jedoch leicht erhöht. Dadurch bildet sich unter der Nase ein symmetrischer, schmetterlingsförmiger Schatten. Daher ist das Setup auch als Butterfly-Licht bekannt. Die Lichteinstellung betont vor allem die Wangenknochen und verleiht den Augen einen ausdrucksstarken Charakter. Paramount sorgt zudem für fülliger wirkende Lippen als im Flat Light. Beachten Sie, dass die Lichtquelle nicht zu hoch hängt. Andernfalls werden die Augen des Portraits zu dunkel. 

•    Loop Light (= Schleifenlicht)

Bei einer Portrait-Aufnahme im Loop Light wird die mittig vor und über dem Model befestigte Lichtquelle leicht nach links beziehungsweise rechts verschoben. Dadurch „wandert“ der Schatten unter der Nase auf die gegenüberliegende Seite und ähnelt so einer Schleife. Daher kommt auch die Bezeichnung des Licht-Setups. Die Vorzüge der Beleuchtungstechnik sind vielfältig. Da das Licht seitlich verlagert wird, erhält das Foto mehr Dynamik und Spannung. Indem eine Nasenseite dunkler wird, entsteht mehr Tiefe, die der Haut des Models schmeichelt. 

•    Rembrandt-Licht

Der Künstler liebte eine dramatische Lichtführung auf seinen gemalten Portraits. Das sogenannte Rembrandt-Licht entsteht dann, wenn die Lichtquelle ausgehend vom Loop Light noch weiter seitlich bewegt wird. Ziel dabei ist es, den Loop-Schatten unter der Nase mit dem entstehenden Schatten auf der Wange zusammenzuführen. Dabei bildet sich auf der vom Licht abgeneigten Gesichtshälfte ein kleines, aber noch beleuchtetes Dreieck unter dem Auge. Dies ist ein klarer Hinweis auf eine Portraitaufnahme im Rembrandt-Licht. 

•    Split Light (= geteiltes Licht)

Die Bezeichnung dieser Lichteinstellung deutet es bereits an: Hier wird das Gesicht buchstäblich in zwei Hälften geteilt. Da das Licht sehr stark von der Seite auf das Model fällt, liegt die vom Licht abgewandte Gesichtshälfte komplett im Dunkeln. Um zusätzliche Schatten zu vermeiden, achten Sie darauf, dass die Lichtquelle nicht zu weit über dem Motiv angebracht wird. Ein Lichtformer auf Gesichtshöhe bietet sich ebenfalls an. Das Licht-Setup sorgt einerseits für Spannung und Dramatik, lässt andererseits aber auch Fältchen, Poren und Unebenheiten stärker hervortreten. Wenn Sie für die Portraitfotografie diese Beleuchtung wählen, entstehen ausdrucksstarke und kontrastreiche Fotos, die Sie begeistern. 

•    Broad Light (= breites Licht)

Hier wird die dem Fotografen zugeneigte, „breite“ Gesichtsseite beleuchtet und die abgeneigte, „schmale“ Seite liegt im Schatten. Broad Light ist demzufolge eine weichere Variante des Split Lights. Die Einstellung ist besonders bei Film- und Videoproduktionen beliebt, da sie Bewegungen verzeiht und natürlichem Fensterlicht in Innenräumen ähnelt. Wichtig: Das abgewandte Auge darf nicht zu dunkel werden, da es sonst sein Glanzlicht verliert. Abhilfe schaffen dabei ein kleiner Aufheller oder Reflektor. 

•    Short Light (= kurzes Licht)

Eine weitere Beleuchtungsgrundlage im Fotostudio ist das Short Light, das Gegenstück zum Broad Light. Dieser Beleuchtungsaufbau im Fotostudio sorgt vor allem für Spannung und Tiefe. Hierbei wird die zugeneigte Gesichtshälfte abgedunkelt und die „schmale“ Seite dominiert das Bild. Damit der Schatten nicht zu hart wirkt, verwenden Sie einen Aufheller oder eine zweite Lichtquelle. 


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.