Produktfotografie Ausrüstung

Einstieg in die Produktfotografie: Ausrüstung, Set-up, Kameraeinstellungen

Wie heißt es so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Kein Satz könnte die Produktfotografie treffender beschreiben! Bei diesem Genre geht es darum, Gegenstände perfekt ausgeleuchtet von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Im besten Fall beantwortet bereits ein gutes Produktfoto die meisten Fragen des Betrachters, sodass eine lange Beschreibung überflüssig wird. Dafür muss es aber qualitativ ansprechend sein, Aufmerksamkeit erzeugen und Emotionen auslösen.

Sie interessieren sich für die Produktfotografie, wissen aber nicht, was Sie dafür brauchen und wie Sie am besten vorgehen? Im Folgenden stellen wir Ihnen die benötigte Ausrüstung, das Set-up und wichtige Kameraeinstellungen vor – damit Sie schon bald Ihre ersten eigenen Produktfotos aufnehmen können.

Produktfotografie: Equipment, auf das Sie nicht verzichten sollten

Das Schöne ist: Für professionelle Produktfotos brauchen Sie weder ein riesiges Studio noch Unmengen an Zubehör. Wir haben die Must-haves für Sie zusammengefasst.

1. Kamera und Objektiv

Für detailreiche Produktfotos benötigen Sie keine neue Kamera, vorausgesetzt Sie haben bereits eine zu Hause. Mit einer Systemkamera oder Spiegelreflexkamera sind Sie bestens ausgerüstet. Wichtig ist vor allem, dass sich bestimmte Parameter wie ISO, Blende und Belichtungszeit individuell einstellen lassen.

Mindestens genauso wichtig wie das Thema Kamera: die Objektive. Bei der Wahl kommt es auf die Größe der Gegenstände an, die Sie fotografieren möchten, aber auch Ihre persönlichen Vorlieben spielen eine Rolle. Mit einem Zoomobjektiv können Sie die Brennweite innerhalb eines gewissen Bereichs flexibel verändern. Mit einer Festbrennweite müssen Sie sich bewegen – doch das lohnt sich! Dadurch arbeiten Sie viel bewusster, um den perfekten Bildausschnitt zu finden. Besonders beliebt: 50 mm.

2. Beleuchtung

Wenn bei der Produktfotografie die Beleuchtung nicht stimmt, nützt auch die beste Kamera nichts. Ein Bild steht und fällt mit dem Licht! Für eine gezielte Ausleuchtung sollten Sie mit künstlichem Licht arbeiten. Wir empfehlen mindestens zwei Lampen – für Anfänger eignen sich sogenannte Dauerlichtlampen, die konstant für Helligkeit sorgen. So können Sie das Ergebnis mithilfe der Live-Vorschau schon vor dem Betätigen des Auslösers prüfen. In diesem Zusammenhang dürfen Sie Softboxen nicht vergessen. Dank der Lichtformer wird das Licht sehr weich. Soll hingegen Farbe ins Spiel kommen, können Sie auf LED-Leuchten zurückgreifen.

Dauerlicht

Softboxen

Studioblitz

LED-Leuchten

3. Aufnahmetisch

Sie brauchen natürlich auch einen Platz, wo Sie den Star Ihres Produktfotos perfekt in Szene setzen können. Dafür eignet sich ein speziell geformter Aufnahmetisch! Seine Größe hängt von den Objekten ab, die Sie hauptsächlich ablichten möchten. Das Praktische dabei ist, dass er sich perfekt an eine Wand stellen lässt. Alternativ können Sie auch einen herkömmlichen Tisch nutzen und den Hintergrund (das Papier oder den Stoff) so positionieren, dass er eine Hohlkehle bildet.

Aufnahmetische

Aufnahmetisch-Sets

4. Lichtzelt

Mit einem Lichtzelt sorgen Sie für optimale Lichtverhältnisse beim Fotografieren von Produkten! Sie fragen sich, wie? Es verteilt das Licht gleichmäßig und leuchtet das Objekt von allen Seiten optimal aus. So vermeiden Sie unschöne Schlagschatten.

Lichtwürfel

Lichtboxen

Frau bei der Produktfotografie

5. Stativ

Keine Produktfotografie-Ausrüstung ohne Stativ. Der nützliche Helfer stabilisiert Ihre Kamera – damit Sie professionelle Fotos aufnehmen können. Darüber hinaus ermöglicht ein Stativ, Aufnahmen zu reproduzieren. Einmal das Produktfotografie-Set-up richtig eingestellt, können Sie Objekte beliebig austauschen und trotzdem aus derselben Perspektive ablichten. Stative brauchen Sie außerdem für die Beleuchtung.

Dreibeinstative

Galgenstative

6. Hintergrund

Er sollte neutral sein, um dem entsprechenden Gegenstand nicht die Show zu stehlen. Das ist auch wichtig, wenn Sie das Produkt bei der Bildbearbeitung freistellen möchten, um beispielsweise einen anderen Hintergrund einzufügen. Um flexibel zu bleiben, empfiehlt sich eine Auswahl verschiedener Farben: Weiß, Schwarz, Grau und ein paar bunte Töne. Möchten Sie bewusst einen Kontrast schaffen oder Aufmerksamkeit erzeugen, kann ein ungewöhnlicher Hintergrund die Wirkung des Fotos erhöhen.

7. Dekoration

Bei der Dekoration sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist, wie Sie Ihre Produktfotos gestalten möchten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf oder suchen Sie Inspiration bei anderen Fotografen. Sie möchten beispielsweise mit Reflexionen arbeiten? Dann eignen sich Glasscheiben oder auch Acrylplatten als Untergrund. Auch Drehteller bieten sich hier an. Probieren Sie sich aus!

Acrylbrücken und -platten

Dekoration

Drehteller

Kameraeinstellungen für grandiose Produktfotos

  • Übernehmen Sie selbst die Kontrolle und wechseln Sie in den manuellen Modus.
  • Fotografieren Sie im Rohdatenformat (RAW), um bei der nachträglichen Bildbearbeitung aus dem Vollen schöpfen zu können.
  • Ein zu hoher ISO-Wert erzeugt Bildrauschen.
  • Verwenden Sie eine kleine Blende (ab f/8), um Ihr Produkt gestochen scharf abzulichten.
  • Niedrige Verschlusszeiten eignen sich, wenn Sie starre Objekte fotografieren und die Kamera auf einem Stativ steht.
Kamera mit fotografierten Produkten

Tipp: In unserem Ratgeber finden Sie noch viele weitere Beiträge zu verschiedenen Disziplinen wie der Sport-, Tier-, Portrait- und Landschaftsfotografie.

FAQ zur Produktfotografie – wir haben die Antworten

+ Welcher Hintergrund für Produktfotos

Die Wahl des Hintergrunds richtet sich nach dem Produkt selbst. Grundsätzlich sollte er aber neutral sein! Für die meisten Gegenstände eignet sich ein weißer Hintergrund, da er das Produkt in den Mittelpunkt des Fotos rückt. Möchten Sie ein weißes oder helles Objekt fotografieren, empfiehlt sich ein schwarzer Hintergrund. Damit sorgen Sie für einen starken visuellen Kontrast.

+ Welches Licht für Produktfotos?

Das hängt vom Produkt ab. Fotografieren Sie beispielsweise Lebensmittel und Getränke mit warmem Licht, damit sie appetitlich und ansprechend aussehen. Für Schmuck hingegen bietet sich ein kühlerer Ton an, da er die Hochwertigkeit des Geschmeides unterstreicht. Vermeiden Sie bei Produktfotos direktes Sonnenlicht – es erzeugt harte Schatten und unvorteilhafte Reflexe.

+ Welches Objektiv für Produktbilder?

Das kommt auf das zu fotografierende Objekt und die Aufnahmebedingungen an. Mit einem Standardobjektiv mit einer Brennweite zwischen 50 und 80 mm können Sie nichts falsch machen! Damit kommen Sie der Wahrnehmung des menschlichen Auges am nächsten. Für kleine Produkte empfiehlt sich ein Makroobjektiv.